Südsudan, 2019. © ASASE

Jahresprojekt 2024

Der gesundheitliche, wirtschaftliche und soziale Kontext im Südsudan macht die Situation besonders schwierig. Angesichts eines nahezu nicht existierenden Gesundheitssystems sind die gesundheitlichen Bedürfnisse enorm. Die Muttersterblichkeit ist besonders hoch. Aufgrund der besonderen Gegebenheiten vor Ort, wenn nicht gar ihrer Gefährlichkeit, hat sich PSF Schweiz entschieden, keine Apothekerin und keinen Apotheker für einen langfristigen Einsatz vor Ort zu entsenden. Stattdessen setzt die Organisation auf eine Zusammenarbeit mit dem lokalen Koordinator des CSSV, kombiniert mit einer Betreuung aus der Ferne.

Unterstützung des Gesundheitszentrums und Medikamenteneinkauf

PSF Schweiz unterstützt die Apotheke des CSSV durch den Einkauf qualitativ hochwertiger Medikamente sowie durch die Förderung ihres rationalen Einsatzes. Die Unterstützung von PSF Schweiz umfasst ebenfalls den Kauf medizinischer Ausrüstung für die Geburtsabteilung des Zentrums sowie die Förderung der Ausbildung von Hebammen, mit dem Ziel, sichere Geburten für Mutter und Kind zu gewährleisten.

Stärkung der Kompetenzen des lokalen Personals

Um die Unmöglichkeit des Einsatzes einer Apothekerin oder eines Apothekers vor Ort auszugleichen, wird derzeit in Zusammenarbeit mit dem spezialisierten Zentrum für Notfall- und Katastrophenpharmazie der Universität Genf eine E-Learning-Plattform eingeführt. Darüber hinaus steht ein Fernunterricht über Pharm-Ed zur Verfügung, eine Partnerplattform für Online-Bildung, die vom Pharmaziedienst der Universitätsspitäler Genf entwickelt wurde.

Die Herausforderungen und Bedingungen vor Ort führten dazu, dass PSF Schweiz über die Modalitäten des Projekts nachdenken musste. Um ihre Intervention bestmöglich anpassen zu können, entschied sich PSF Schweiz im Jahr 2022 für die Entwicklung eines einjährigen Projekts mit dem Ziel, die direkte Unterstützung des Gesundheitszentrums Saint Vincent in Partnerschaft mit der ASASE fortzusetzen und gleichzeitig eine kritische Bestandsaufnahme sowohl der erreichten Fortschritte als auch möglicher Fehlfunktionen vorzunehmen, um die Maßnahmen im Hinblick auf ein zukünftiges dreijähriges Projekt mit dem Ziel langfristiger Autonomie zu verfeinern. Um diese Zwischenphase erfolgreich umzusetzen, wurde auf Grundlage der zuletzt eingegangenen Berichte im Juli 2022 eine Evaluierungsmission durchgeführt. Diese ermöglichte die notwendigen Anpassungen hinsichtlich der Versorgung mit qualitativ hochwertigen Medikamenten, der durch die Universität Genf angebotenen E-Learning-Unterstützung sowie der Präventionsmaßnahmen. Eine weitere Evaluierungsmission im Januar 2023 bestätigte die Notwendigkeit einer kontinuierlichen Unterstützung dieses Zentrums und veranlasste PSF Schweiz dazu, das Projekt 2022 auch im Jahr 2023 fortzuführen.

 

Seit 2019 hat PSF Schweiz ermutigende Ergebnisse erzielt, die ihre Interventionsstrategie bestätigen. Dieses Projekt verdeutlicht somit die Notwendigkeit, finanzielle Unterstützung für den Einkauf qualitativ hochwertiger Medikamente, technische Unterstützung, Ausbildung sowie die Professionalisierung des lokalen Gesundheitspersonals miteinander zu verbinden.

 

Die Bedingungen vor Ort führten jedoch erneut dazu, dass PSF Schweiz die Modalitäten ihres Projekts überdenken musste. Die politische Stabilität des Landes ist entscheidend für die Kontinuität der Aktivitäten von PSF Schweiz, insbesondere im Hinblick auf die für November 2024 geplanten Wahlen. Um ihre Interventionen bestmöglich anzupassen, entschied sich PSF Schweiz für die Entwicklung eines Jahresprojekts für 2024. Es wurde vorgeschlagen, im März 2024 eine Evaluierungsmission durchzuführen, um Ziele für sechs Monate festzulegen und die Entwicklung des Kontextes im Hinblick auf eine mögliche Intervention im Oktober 2024 zu beobachten. Ohne diese beiden Einsätze vor Ort und ohne eine Apothekerin oder einen Apotheker von PSF Schweiz vor Ort wäre es schwierig, die Nachhaltigkeit des Projekts sicherzustellen. Dennoch bleibt die Unterstützung von PSF Schweiz für dieses Gesundheitszentrum lebenswichtig, da es einer benachteiligten Bevölkerung qualitativ hochwertige Dienstleistungen bietet.

Gesundheitzentrum Saint Vincent. Südsudan, 2019. © ASASE