Medikamente
Unser Ansatz im Umgang mit Medikamenten
Die Hauptaufgabe von PSF Schweiz besteht darin, den Zugang zu qualitativ hochwertiger pharmazeutischer Versorgung für die am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppen zu verbessern. Medikamente stehen im Mittelpunkt unserer Arbeit, können jedoch Gesundheitsrisiken darstellen, wenn sie nicht unter geeigneten Bedingungen verwendet werden. Aus diesem Grund akzeptieren wir keine Spenden unbenutzter Medikamente und arbeiten ausschließlich mit lokalen Lieferanten zusammen. Dadurch wird die Rückverfolgbarkeit und die Qualität der Medikamente verbessert, gleichzeitig wird jedoch auch die lokale Wirtschaft gestärkt, um die Abhängigkeit von internationaler Hilfe zu verringern. PSF Schweiz setzt damit die Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation um. Eine kurze Erklärung dazu ist angebracht …
Auspacken und Sortieren der Medikamente, Krankenhaus von Lugala, 2018. © PSF Schweiz
Medikamentenspenden
Ein streng geregelter Einsatz
So großzügig diese Geste auch ist, sie erfordert dennoch Vorsicht. Medikamente können ein Gesundheitsrisiko darstellen, wenn sie unter ungeeigneten Bedingungen gebraucht werden. Die Spende nicht verwendeter Medikamente unterliegt strengen Vorschriften und hohen Qualitätsanforderungen.
Zahlreiche humanitäre Organisationen im Gesundheitsbereich, wie das IKRK, das UNHCR, MSF oder PSF, halten sich an die Leitlinien der Weltgesundheitsorganisation für Medikamentenspenden.
Zu berücksichtigende Richtlinien
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- Die Hilfe muss an die Bedürfnisse vor Ort angepasst sein. Jede Maßnahme sollte auf der Grundlage einer Bedarfsanalyse vor Ort oder auf ausdrückliche Anfrage des lokalen Gesundheitspersonals erfolgen.
- Medikamente müssen in den Händen von Gesundheitsfachpersonen bleiben. Die Qualitätsstandards müssen sowohl in unseren Ländern als auch am anderen Ende der Welt dieselben bleiben.
- Nicht verwendete Medikamente, die in der Bevölkerung gesammelt werden, haben keinen Platz in der humanitären Hilfe.
- Medikamentenspenden müssen die Gesundheitspolitik des Empfängerlandes respektieren.
- Punktuelle Hilfsaktionen sollten vermieden werden. Vorrang haben langfristige Unterstützung, die Zusammenarbeit mit lokalem Personal sowie der Aufbau lokaler Versorgungsnetzwerke, die auch nach dem Rückzug der Hilfsorganisationen bestehen bleiben.
Beim Versand von Medikamenten müssen zudem Transportprobleme sowie das Risiko der Zweckentfremdung berücksichtigt werden.
Medikamentenlager, Sri Lanka, 2005. © PSF Schweiz
PSF Schweiz und die Spende von nicht verwendeten Medikamenten
Risiken konsequent berücksichtigen!
Seit 1999 setzt sich PSF Schweiz für einen verantwortungsvollen Umgang mit Spenden nicht verwendeter Medikamente ein. Warum? Wirklich nachhaltige Entwicklung setzt auf die Umsetzung lokaler Maßnahmen und auf die Stärkung der Eigenständigkeit benachteiligter Bevölkerungsgruppen. Der Versand nicht verwendeter Medikamente kann schwerwiegende ethische, gesundheitliche und wirtschaftliche Folgen haben. Die beigefügte Infografik zeigt die wichtigsten Konsequenzen im Zusammenhang mit dem Versand gesammelter Medikamente auf.
All diese Gründe veranlassen PSF Schweiz dazu, den Einkauf essenzieller Generika über lokale Beschaffungsstellen zu bevorzugen und damit die Bemühungen der Behörden zum Aufbau eines nachhaltigen Vertriebssystems zu unterstützen.
Nicht verwendete Medikamente: Nein zum Versand vor Ort
Marie-José Barbalat, Apothekerin und Präsidentin von PSF Schweiz, richtet sich an das gesamte Apothekenpersonal in der Schweiz mit der Bitte, diese wichtige Botschaft an ihre Kundschaft weiterzugeben: Nicht verwendete Medikamente haben keinen Platz in Projekten der Entwicklungszusammenarbeit oder der humanitären Hilfe. Deshalb sollten sie niemals in Einsatzgebiete geschickt werden, auch wenn sie aus guter Absicht gespendet werden.
Als Alternative zur Unterstützung vulnerabler Bevölkerungsgruppen empfiehlt es sich, die vor Ort tätigen NGOs mit Geldspenden zu unterstützen. Diese kennen die konkreten Bedürfnisse der Bevölkerung genau.
Verbrennungsanlage und Grube zur Entsorgung abgelaufener Medikamente, Madagaskar. © PSF Schweiz
PSF Schweiz fordert ein Ende der Spenden nicht verwendeter Medikamente in Länder mit begrenzten Ressourcen
Wir laden Sie ein, den Aufruf von PSF Schweiz auf der Website von Medicus Mundi Schweiz zu lesen. Ziel ist es, sowohl die Öffentlichkeit als auch Gesundheitsfachpersonen auf die Risiken dieser Praxis aufmerksam zu machen, sowohl im Bereich der öffentlichen Gesundheit als auch in wirtschaftlicher und ökologischer Hinsicht.
Entdecken Sie unsere Bildgeschichte über nicht verwendete Medikamente!
Was soll man mit nicht verwendeten Medikamenten tun? Wie kann man vermeiden, solche Medikamente zu Hause anzusammeln? Sollte man sie spenden?
Das Büro von PSF Schweiz wird häufig mit diesen Fragen konfrontiert, da vielen Menschen nicht bekannt ist, wie Medikamente entsorgt werden sollen, die nicht mehr gültig oder nicht mehr benötigt werden. Um ein Thema aufzugreifen, das uns alle betrifft, hat PSF Schweiz eine Bildgeschichte erstellt, die mit Humor praktische Handlungsempfehlungen vermittelt und gleichzeitig Konsumentinnen und Konsumenten für den rationalen Gebrauch von Medikamenten sensibilisiert*. Wir hoffen, dass diese leichte und unterhaltsame Lektüre Ihnen dabei hilft, mehr Klarheit zu diesem Thema zu gewinnen!
Unsere Bildgeschichte ist auch hier im PDF-Format verfügbar und kann gerne unbegrenzt weitergeteilt werden!
Für weitere Fragen stehen wir Ihnen telefonisch oder per E-Mail gerne zur Verfügung.
* Weltgesundheitsorganisation: „Der rationale Gebrauch von Medikamenten bedeutet, dass Patientinnen und Patienten die ihren klinischen Bedürfnissen entsprechenden Medikamente erhalten, in einer auf sie abgestimmten Dosierung, über einen angemessenen Zeitraum und zu möglichst geringen Kosten für sie selbst und ihre Gemeinschaft“.
